Chinesisch lernen

Obgleich das Erlernen chinesischer Vokabeln vor allem für Menschen unseres Kulturkreises ungleich mehr Aufwand erfordert als beispielsweise Spanisch oder Französisch, lassen insbesondere neue Wege in der Lernmethodik unter Berücksichtigung des bildlichen Charakters chinesischer Schriftzeichen das scheinbar unerreichbare Ziel in durchaus greifbare Nähe rücken. Diese Seite will dazu beitragen und erklären, was die chinesische Sprache so anders macht.

 

Wesen der chinesischen Sprache

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Chinesische Sprache und Schrift

Obgleich oft als Synonym für die Sprache Mandarin verwendet, grenzt die Bezeichnung „Chinesisch“ lediglich eine Sprachgruppe, bestehend aus zahlreichen in China entstandenen Sprachen wie beispielsweise Mandarin , Kantonesisch oder Wu, ein. Von "Dialekten" zu sprechen wäre an dieser Stelle kaum zutreffend, da sich einige Varianten des Chinesischen voneinander ebenso stark unterscheiden wie die verschiedenen slawischen oder romanischen Sprachen.

Hauptgrund für die häufige Auffassung der chinesischen Sprachen als Dialekte ist die chinesische Schrift, welche aufgrund ihres bildlichen Charakters von der Aussprache unabhängig ist und in China weitgehend sprachübergreifend benutzt wird. Eine Ausnahme bildet hierbei die Grammatik, wodurch auch in schriftlichen Texten gewisse Unterschiede bestehen bleiben (beispielsweise in der Reihenfolge der Wörter).

Bildlicher Charakter

Die chinesischen Zeichen basieren in der Regeln auf Ideogrammen (von griechisch idea : Gestalt, Form, Erscheinung; / graphein : schreiben) oder auf Piktogrammen (von lateinisch: pictum : gemalt, Bild / griechisch graphein : schreiben)

 

Chinesische Grammatik

Bei den chinesischen Sprachen stehen die einzelnen Worte eines Satzes wie aneinander gereihte Sinneinheiten nebeneinander und werden nicht dekliniert, konjugiert oder anderweitig verändert. Grammatikalische Merkmale wie Anzahl, Fall oder Zeit werden bei Bedarf durch Hinzufügen kennzeichnender Wörter ausgedrückt. Die chinesische Grammatik wird daher trotz gewisser Eigenheiten von den meisten Chinesischlernenden als vergleichsweise einfach empfunden.

 

Radikale als Teile chinesischer Schriftzeichen

Als RADIKALE bezeichnet man im Chinesischen die logischen Untereinheiten eines Schriftzeichens. So setzt sich zum Beispiel das Zeichen 好für „gut“ aus dem Radikal 女für „Frau“ und dem Radikal 子 für „Kind“ zusammen. Während die Zahl aller chinesischen Zeichen durchaus im fünfstelligen Bereich liegt, ist die Zahl der bedeutungstragenden Radikale wesentlich geringer: So lässt sich bereits aus etwa 200 Radikalen und deren Kombination die Bedeutung vieler chinesischer Zeichen leichter erschließen. Gelingt dies nicht, so lassen sich die Radikale dennoch zumindest als Gedankenstütze heranziehen.

 

Chinesisch als Tonsprache

Homophone
(von griechisch homophonos: gleichstimmig )

sind Wörter, die gleich aus­gesprochen, jedoch unter­schiedlich ge­schrieben werden und verschiedene Bedeutungen haben.
Beispiel.:
Waise - Weise

m Chinesischen (Mandarin) kann jeder Vokal auf fünf verschiedene Weisen ausgesprochen werden, wovon die ersten vier als „Töne“ bezeichnet werden. Das Anheben bzw. Absenken der Stimme definiert hierbei den jeweiligen Ton und damit die Bedeutung des Wortes (vgl. [Stahlmann, S.23]). Die Aussprache chinesischer Schriftzeichen lässt sich durch die in [Stahlmann, S. 32] beschriebene Lautumschrift Pinyin mit lateinischen Buchstaben festhalten. Die Toncodierung geschieht dabei unter Verwendung entsprechend gekennzeichneter Vokale oder Pinyin-Lautzeichen:

a á a à e é e è i í i ì o ó o ò u ú u ù u u u u

 

In extrem seltenen Fällen kommt außerdem der Buchstabe n als tontragender Vokal zum Einsatz.

Wie im Deutschen existieren auch im Chinesischen Homophone , deren Bedeutung lediglich aus dem Schriftzeichen oder aus dem Sinnzusammenhang eindeutig hervorgeht.

So sind die meisten Nomen (z.B. 赛 (sài): Wettkampf) beispielsweise auch als Verben zu gebrauchen (赛(sài): um die Wette kämpfen), welche für sämtliche Zeiten und Personen sowohl in der Schreibweise als auch in der Aussprache gleich bleiben. Der Stellenwert, welcher z.B. bei romanischen Sprachen von der Grammatik eingenommen wird, entfällt im Chinesischen daher großteils auf die Bedeutung der einzelnen Vokabeln.

Zudem lassen sich wie in den romanischen Sprachen einzelne Zeichen zu neuen Begriffen kombinieren. Da im klassischen Chinesisch jede Silbe zugleich ein Morphem darstellt, kommt dieses Prinzip hier noch wesentlich häufiger und vielseitiger zum Tragen. So lautet „Computer“ beispielsweise auf Chinesisch „电脑 (diànnăo)“, was eigentlich „Elektrisches Gehirn“ bedeutet. Das Wort für „Telefon“: 电话(diànhuà) bedeutet wörtlich übersetzt „Elektrisches Wort“. Analog dazu findet das Zeichen电 für „Strom“ unter anderem bei den Begriffen „Fernsehen“, „Kabel“ oder „Film“ Anwendung.

Im modernen Chinesisch sind zahlreiche mehrsilbige Begriffe jedoch nur noch theoretisch in Morpheme zerlegbar, da sie teilweise die Ursprungswörter akustisch nachbilden und durch langen, häufigen Gebrauch nicht mehr als zusammengesetzte Wörter empfunden werden.


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